Verein „Jaekleins Spiesse“

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Über unseren Namen

Der Namensgeber für unsere Gruppe ist der Böckinger Bauernführer Jakob Rohrbach, auch Jaeklein Rohrbach genannt. Nach Eroberung von Weinsberg und der Burg Weibertreu jagte er entgegen aller Gepflogenheiten über 40 gefangene Ritter und deren Kriegsknechte durch die Spiesse. Die Spiessträger Jaeklein Rohrbachs haben wir uns also als Namensgeber ausgesucht.

Jaeklein Rohrbach ist durch seine Herkunft und Taten mit dem Heilbronner Raum eng verbunden, doch sind er und seine Bauern und Landsknechte nicht unsere Vorbilder. Aber die brutale Hinrichtung von 40 Kriegsgefangenen, die als Blut-Ostern in die Geschichte einging, kann als Schlüsselszene des Bauernkriegs bezeichnet werden: Martin Luther wandte sich nun ganz deutlich von den Bauern ab, ein Teil der religiösen Rechtfertigung des Aufstandes brach weg. Die Fürsten des Schwäbischen Bundes konnten sich nun auch auf moralische Beweggründe für die Bekümpfung des Aufstandes stützen. Viele Landsknechte, die zuvor noch auf der Seite der Bauern gekämpft hatten oder sich der Werbung der Fürsten entzogen hatten, musterten nun beim Schwäbischen Bund an. Der Bauernjörg nahm furchtbare Rache an den Bauern. Von 40 Toten konnte nun nicht mehr die Rede sein.

Über unsere Fahne

Unsere Fahne besteht aus zwei Elementen: dem Bundschuh der aufständischen Bauern und dem Kreuz des Schwäbischen Bundes, der Vereinigung der Fürsten. Somit zeigt unsere Fahne die zwei verfeindeten Lager des Bauernkrieges.

Unsere Fahne ist nicht historisch. Wie bereits unser Name fordert auch unsere Fahne auf, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Menschen und Beweggründe dahinter zu suchen. Jeder für sich selbst – ohne auf vorgefertigte Meinungen und Ansichten zurückzufallen.

Über unsere Einstellung

Der Abstand von fast 500 Jahren erlaubt uns eine differenzierte Sicht der damaligen Ereignisse. Es zeigt uns, welch eine revolutionäre Zeit die Jahre 1524/1525 waren. Wie die Ideale der Demokratie und Gleichheit bis in unsere heutige Zeit überlebt haben. Wie aber auch die damaligen Freiheitskämpfer trotz aller Ideale im Krieg Brutalität und Grausamkeit anwandten und auch erfuhren.

Der Bauernkrieg – nach unserer Meinung einer der spannendsten Momente der deutschen Geschichte, dessen Ideen heute noch lebendig sind. Es zeigt aber auch, wie brutal Fanatiker oder auch Machtpolitiker agieren, und wie die Menschen – oft gutgläubig – von ihren Führern ausgenutzt und verheizt werden.

Hieraus ergibt sich für uns der Anspruch, unser Vereinsleben tolerant und mit gegenseitigem Verständnis zu gestalten. Wir sind unpolitisch und lehnen jede Form von Extremismus ab.