Ämterordnung der Landsknechte

Organisation des Fähnleins

Ein Fähnlein besteht aus ca. 400 Mann und ist die kleinste selbständig operierende Formation innerhalb eines Landsknechtsheeres

1. Hauptmann Chef des Fähnleins
2. Leutnant Stellvertreter des Hauptmanns
3. Fähnrich
4. Feldweibel zuständig für den täglichen Dienst (insbesondere Wache), Drill und Schlachtaufstellung
5. Kaplan Priester
6. Führer Kundschafter
7. Fourier verantwortlich für die Logistik (Nahrung, Unterkunft)
8. Gemeinweibel unterstützen den Feldweibel, sind Vertrauensmänner der gemeinen Landsknechte, sorgen für die Marschordnung und verteilen Proviant und Munition usw.
9. Spiel bestehend aus 2 Trommlern und und 2 Pfeifern
10. Trabanten Leibwächter des Hauptmanns (2 Mann)
11. Hilfspersonal Die Burschen („Buben“) der Offiziere, Koch, Stallknecht, usw.
12. Rottmeister verantwortlich für die Rotte (Einheit von 10 Mann), hat keine echte Befehlsgewalt, noch genießt er nennenswerte Privilegien

Organisation des Gewalthaufens (Regiments)

Ein „Regiment“ besteht in der Theorie aus 10 Fähnlein, also ca. 4000 Mann.
Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch bezeichnet das „Regiment“ eigentlich nicht eine militärische Einheit bestimmter Größe, sondern den Herrschaftsbereich eines Feldherrn. Also all das, worüber ein Feldherr herrscht (vgl. Regime, Regierung), ist ein Regiment. Diese Vorstellung liegt auch heute noch der Wendung „X führt ein strenges Regiment“ zugrunde.

1. Feldobrist der Oberkommandierende des Landsknechtheeres. Seine Machtbefugnis ist größer als die eines heutigen Generals, da er das Heer selbst angeworben hat und die Besetzung der Offiziersstellen in seiner Hand lag.
2. Locotenent sein Stellvertreter
3. Wachtmeister verantwortlich für die Sicherheit des Lagers und des Heerzuges
4. Quartiermeister verantwortlich für die Unterbringung; die Fouriers der Fähnlein sind ihm unterstellt.
5. Proviantmeister organisiert die Versorgung mit Nahrung
6. Pfennigmeister zahlt den Sold aus, führt die Regimentskasse
7. Profoß Er ist der „Polizeihauptmann“, der für die Ordnung im Lager sorgt: spürt Missetäter auf, klagt sie an und läßt die Strafen durchführen, beaufsichtigt auch den lagerinternen Markt. Die nachfolgend genannten Ämter sind ihm unterstellt.
7a. Steckenknecht Feldgendarm
7b. Henker auch Nachrichter oder „freier Mann“ genannt, trägt blutroten Mantel und rote Feder am Barett, sowie Richtschwert und Strick
7c. Stockmeister Gefängnisaufseher
8. Feldscher Chirurg (zuständig für Wunden und Verletzungen)
9. Feldarzt zuständig für allgemeine und innere Erkrankungen
12. Hurenweibel auch Troßweibel genannt; zuständig für den Troß, zu dem Familienangehörige, Kranke, Prostitutierte, Handlanger, Händler und Handwerker gehörten und der häufig ebenso groß war wie die kämpfende Truppe
10. Schreiber diese sind den jeweiligen Funktionsträgern zugeordnet
11. Kaplan Priester
12. Spiel Trommler und Pfeifer
13. Trabanten Leibwächter (8 an der Zahl)

Anm. Diese Angaben beziehen sich auf die Ordnung der Fußknechte; Reiterei und Artillerie hatten andere Bezeichnungen und Ämter. Durch den Größenzuwachses der Heere im Laufe des 16. Jh. und der damit einhergehenden funktionalen Differenzierung sind noch weitere Ämter dazugekommen.